Ein großes Herz für soziale Belange

Seit Jahren unterstützt die Historische Bürgergarde Esslingen das Hospiz Esslingen. Auch in diesem Jahr übergab Martin Schön, Kassier der Bürgergarde und Organisator der Spendenaktion, einen Spendenscheck in Höhe von 3000 Euro an den Förderverein Hospiz Esslingen.

© U. Rapp-Hirrlinger

Spendenübergabe mit Eríka Mechler, Trautel Schön, Claudia Middendorf, Monika Krause, Martin Schön, Joachim Exner, Annemarie und Emanuel Grammenos (v.l.)

Damit bedenkt die Bürgergarde das Hospiz, das vor fünf Jahren eröffnet wurde, bereits zum sechsten Mal. Annemarie Grammenos, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, bedankte sich für diese großzügige Zuwendung. „Wir brauchen dieses Geld dringend, denn der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Kosten für den Betrieb eines Hospizes nicht komplett durch die Kranken- oder Pflegeversicherung abgedeckt sind.“ Der Förderverein habe zugesagt, sich am jährlichen Defizit zu beteiligen. Aber auch die ambulante Hospizarbeit unterstützt der Förderverein. Und er finanziere Dinge, die nicht unbedingt nötig seien, den Gästen im Hospiz jedoch den Aufenthalt angenehmer machten. So wolle man möglicherweise die sehr helle Beleuchtung in den Gästezimmern so umrüsten, dass das Licht gedimmt werden kann, sagte Grammenos.

Damit die Bürgergarde gemeinnützige Projekte finanziell unterstützen kann, braucht es viel Engagement. 17 emsige Handarbeiterinnen haben im Lauf des vergangenen Jahres unter anderem rund 350 Paar Socken gestrickt, die dann auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt verkauft wurden. Der Erlös aus dem Verkauf der verschiedenen Handarbeiten und aus dem ausgeschenkten Glühwein kommt Sozialen Einrichtungen zu Gute. „Das Sozialwesen ist ein wichtiges Anliegen der Bürgergarde“, erklärte Schön. Doch der Kreis der Aktiven im gut 90 Mitglieder zählenden Verein schrumpfe immer mehr. Das macht die Arbeit nicht leichter. Deshalb könne es durchaus sein, dass dies die letzte Spendenübergabe war, kündigte Schön an. „Wir brauchen dringend neue Mitglieder, die sich auch im Vorstand einbringen“, betonte der Kassier und derzeit einziges Vorstandsmitglied. Doch dem 74-Jährigen wird vor allem die Organisation des Weihnachtsmarktes zu viel. „Die Arbeit müsste auf mehr Schultern verteilt werden“, sagte er. Derzeit suche man händeringend jemanden, der bereit ist, den Weihnachtsmarkt-Einsatz in die Hand zu nehmen. „Es ist jammerschade, dass niemand Verantwortung übernehmen will“, bedauerte Joachim Exner, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Zudem braucht es Menschen, die am Weihnachtsmarkt-Stand Dienst tun. Man werde im Förderverein dafür werben, die Bürgergarde beim Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt zu unterstützen, wenn sich noch einmal ein Team finde, sagte Annemarie Grammenos. „Auch ich selbst würde einen Tag mitarbeiten.“